Die Geschichte des Schornsteinfegers


Der Schornsteinfeger, ein Handwerksberuf zwischen Tradition und Innovation

Die Anfänge des Schornsteinfegerhandwerks entwickelten sich fast parallel mit dem Bau der ersten Essen und Rauchabzüge im Mittelalter. Zunächst waren die Hausbewohner noch selbst verantwortlich für das Reinigen und Instandhalten ihrer Rauchfänge. Doch nachdem es wiederholt zu Hausbränden kam, wurde deutlich, dass diese Aufgabe von Fachleuten erledigt werden musste. Übrigens stammt aus dieser Zeit auch das positive Image des stets schwarz gekleideten Schornsteinfegers. Er gilt als Glücksbringer, da er für Sicherheit in Sachen Brandschutz sorgt. Historische Dokumente belegen , dass Italien das erste Land war, in dem der Berufsstand der Schornsteinfeger offiziell tätig wurde. Vom Süden Europas aus, eroberte dieses Handwerk auch bald den gesamten europäischen Raum. In Deutschland wurden die ersten amtlichen Kehrordnungen zum Ende des 15. Jahrhunderts erlassen. Die Zunft der Schornsteinfeger gründete sich in Berlin bereits im Mittelalter. Bis zur Einführung der festen Kehrbezirke vergingen je nach Region - jedoch weitere 100-200 Jahre. Erst seit dem 17. Jahrhundert sind die Kaminkehrer im offiziellen Auftrag des Staates tätig. Im Jahr 1935 wurde in Deutschland das Kehrmonopol eingeführt, denn man sah darin einen Garant für den qualitativ besten Brandschutz. Diese Sonderstellung für Handwerksbetriebe in der Branche der Schornsteinfegerei wurde nun auf Druck der EU abgeschafft.


Der Wandel im Berufsbild

Was mit dem einfachen Reinigen der Schlote begann, hat sich, speziell in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen und vielfältigen Beruf entwickelt. Das Kehren und Reinigen der Kamine und Schornsteine macht heute weniger als ein Drittel des Gesamtumfanges der Aufgaben aus. Der Schornsteinfeger ist inzwischen ein Fachmann für Sicherheit, Energie und Umwelt. Er kontrolliert komplexe Anlagen, misst die Werte und berät seine Kunden in Sachen Umweltschutz und Energieeffizienz. Er steht dem Verbraucher mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um den Neubau oder die Modernisierung der Feuerungsanlagen geht. Der Schornsteinfeger ist heute oft auch ein Energieberater, er misst die Zusammensetzung und den Verlust der Abgase in Privathaushalten und Gewerbebetrieben. Die festgestellten Werte werden mit den gesetzlich zulässigen Daten verglichen. Falls der Fachmann beim Messen Mängel feststellt, berät er die Kunden über effektive und wirtschaftliche Maßnahmen zur Beseitigung des erhöhten Ausstoßes von Emissionen. Der Schornsteinfeger in seiner Funktion als Energieberater, bietet seinen Kunden auch Wärmebildaufnahmen, Luftdichtheitsmessungen und die Ausstellung eines Energieausweises für das betreffende Haus an.


Die Liberalisierung des Marktes sorgt für frische Konkurrenz

Der Schornstein bleibt auch in Zukunft zum Teil in den festen Händen des Bezirksschornsteinfegers. Die offizielle Bezeichnung lautet dann Bezirksbevollmächtigter und nur er darf die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitskontrollen, wie zum Beispiel Feuerstättenschauen und Bauabnahmen durchführen. Doch für alle anderen Tätigkeiten ist das Schornsteinfeger-Monopol ab 2013 endgültig Geschichte. Durch diese neue Regelung haben Hausbesitzer die Chance, mit einem Vergleich der Dienstleister einen Teil ihrer bisherigen Betriebskosten einzusparen. Denn mit der Öffnung des Marktes verschwinden auch die festgesetzten Gebühren der Kehr- und Überwachungsverordnung. Hauseigentümer haben nun die freie Wahl, welchen Betrieb sie mit der Reinigung ihres Schornsteins oder eventuellen Reparaturarbeiten beauftragen. Die Konkurrenz in der schwarzen Zunft wird unweigerlich zu Preisunterschieden führen. Im Internet finden interessierte Kunden schon in diesem Jahr Schornsteinfegerregister und Preisangebote.




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